3. Netzwerktreffen „Undichtigkeit der Welt: Ökologie fluider Materialien“

Im Mittelpunkt des Treffens stehen Aspekte der Mobilität und Eigenaktivität von (fluiden) Materialien, wobei speziell nach deren ökologischen Verstrickungen und Interdependenzen gefragt wird. Ausgangspunkt ist die These, dass die Welt der Materialien nicht fixierbar oder in sich abgeschlossen ist, sondern aufgrund offener, sympoietischer Austausch- und Wechselwirkungsprozesse keine Ruhe findet. Innerhalb komplexer, variabler Milieus agieren sie ihren immanenten Neigungen und Dynamiken gemäß – und dies oftmals auf unvorhersehbare Weise. Diese nur bedingt beherrschbare Unrast und Wandlungsfreudigkeit der Stoffe betreffen die „Ökologie der Materialien“ (Ingold) im Allgemeinen. Da fluide Stoffe und Substanzen dazu neigen, in ihre Umgebungen auszugreifen, sich zu vermischen und zu verflüchtigen, bieten sie sich in besonderem Maße dafür an, um über die „Undichtigkeit der Welt“ (Morton) und deren systemische Zusammenhänge nachzudenken.

Die Überlegungen zu einer Ökologie der (fluiden) Materialien werden ferner in ein Verhältnis zu aktuellen Debatten über das „neue Klimaregime“ (Latour) im Zeitalter des sogenannten Anthropozäns gesetzt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der Agency der Materialien noch einmal auf andere Weise, und es steht zugleich die Position des Menschen in der Welt der Materialien zur Diskussion. Erörtert wird daher auch die Frage, inwiefern wir von Materialien nicht lediglich umgeben, sondern zutiefst in deren Zirkulationen und Austauschprozesse involviert sind.