4. Netzwerktreffen „Verflüssigungen: Metaphorologie des Fluiden“ (Berlin)

Im Zentrum stehen das Begriffsfeld und die ambivalente Semantik der Fluidität. Es werden diskursive und programmatische Rückgriffe auf Metaphoriken des Fluiden und Fließenden eingehender betrachtet. In den Blick gerückt werden dabei unter anderem Rhetoriken des Liquiden, die Denk- und Wissensfigur des Flows, der Topos der Verflüssigung sowie kulturelle Imaginationen des Mobilen, Turbulenten und Flüchtigen. Eine Auseinandersetzung mit derartigen Topoi und Konzepten scheint umso notwendiger, als in wissenschaftlichen und ästhetischen Diskursen verstärkt Sprachbilder und Reflexionsfiguren des Fluiden bemüht werden. Es gilt die rhetorische Inanspruchnahme des Fließend-Flüssigen und die Aufwertung des Fluiden selbst kritisch zu prüfen und zu diskutieren, ob diese per se unproblematisch und hilfreich ist. Erörtert wird daher nicht allein der epistemische Wert von Fluiditätsmetaphern, sondern ebenso deren ideologische Funktionen.

Aufgelöst werden soll zudem die reduktive und pauschale Gegenüberstellung von Fest und Flüssig, bei der es sich um eine diskursive Simplifizierung handelt, die präzise Differenzen behauptet, wo es signifikante Unschärfen und Übergänge gibt. Diese Konfrontation erweist sich als besonders zweifelhaft, wenn das Reden über Fluidität an tatsächliche Materialien und stoffliche Prozesse zurückgebunden wird, statt nur lose metaphorisch auf diese zu verweisen. Letzteres wird nicht zuletzt in Auseinandersetzungen mit ästhetischen Praktiken und Strategien der Kunst immer wieder deutlich. Eine wesentliche Herausforderung besteht somit darin, adäquate Beschreibungsweisen, Terminologien und Analysekriterien für die Kunstwissenschaft zu erarbeiten. Entsprechend wird die methodenkritische Diskussion des Netzwerks im Rahmen dieses Treffens unter besonderer Beachtung terminologischer und konzeptioneller Aspekte fortgesetzt.